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Konzept der Ausstellung

Die Ausstellung „...was überhaupt möglich ist – Zugänge zum Leben und Denken Ludwik Flecks im Labor der Moderne" zeigt auf 5 überdimensionalen Büchern exemplarisch Stationen des Lebens und Arbeitens Ludwik Flecks. Die Ausstellung wurde 2002 in Berlin, im Rahmen der Tagung „Werkstätten des Möglichen 1930-1936: Fleck, Husserl, Musil, Wittgenstein" erstmalig am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin gezeigt.

In der Person und im Werk von Ludwik Fleck verbinden sich die Dimensionen der Werkstatt (des Labors) und die der Möglichkeit: Er ist sowohl Opfer eines mörderischen Experiments als auch Forscher unter mörderischen Bedingungen. Was die Ausstellung vielleicht mehr im Sinne einer Installation zu zeigen versucht, ist die Gleichzeitigkeit und Indifferenz von wissenschaftlicher Forschung und Vernichtung. Flecks Leben kann exemplarisch  gelesen werden als Berührung dieser Koexistenz in einer Person.

Die Ausstellung verläuft entlang der Einbände von fünf überdimensionalen Büchern und gliedert sich thematisch in 9 Abschnitte. Jeder Abschnitt(= Buchdeckel) ist nochmals in sich dreigeteilt: Oben (auf jeder Buchseite) befinden sich Fotos aus dem Film „La jetée" (1962) von Chris Marker, einem Fotofilm über die Zeitreise eines anonymen Helden, der im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments aus der Zukunft in die Gegenwart zurückgeschickt und dann dort getötet wird, um das Überleben der Elite-Gesellschaft der Zukunft zu sichern. Im mittleren Teil der Tafel befinden sich Bilder und Texte zu einzelnen Teilen des Lebens und der Arbeit von Fleck: zur Biographie, der Rezeption seines Werkes und zu seiner Arbeit als Häftling in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald. Auf jeder Buchseite sind  über Magneten abnehmbare Hefte angebracht mit zusätzlichen Dokumenten, Fotos, Karten und neuen Übersetzungen von Texten Flecks. Den unteren Teil der Buchseiten durchläuft eine Textspur mit Ausschnitten aus Robert Antelmes Buch ‚Das Menschengeschlecht', in dem dieser über seine Erfahrungen im KZ Buchenwald berichtet.

So besteht die Ausstellung oder „Installation" aus drei Spuren oder Sequenzen, die auf ihrer Ebene von Tafel zu Tafel diachron weiterlaufen und synchron in Form einer Collage aufeinander bezogen werden können. Die „Installation" ist insofern selbst der Versuch, für Zuschauer/Leser einen Möglichkeitsraum der Lektüre und des Verstehens zu schaffen, in dem unterschiedliche Bezüge zwischen Fleck, Vergangenheit und Gegenwart hergestellt werden können. Das Innere der Bücher ist durch ein Loch im Buchrücken einsehbar. Zu sehen sind Dioramen, die Maria Reiche in ihrem Arbeitsfeld der Wüste von Nasca zeigen. Einer der Buchdeckel ist leer, auf ihm können Filme projiziert werden. Ein großes ‚Hörbuch' erlaubt es, Passagen aus einem mehrstündigen Interview mit Flecks wissenschaftlichem Nachlassverwalter, Marcus Klingberg, zu hören.



 
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